Küchenratgeber · Planung

Elektro- und Sanitärplan für die Küche erklärt

Ein Installationsplan übersetzt den freigegebenen Küchenentwurf in eindeutige Positionen für Strom, Wasser, Abwasser, Beleuchtung und Lüftung. So können die beteiligten Fachbetriebe sicher vorbereiten und fachgerecht ausführen.

Ca. 3 Minuten Lesezeit
Beispielzeichnung einer 3,60 Meter breiten Küchenzeile mit markierten Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüssen

Beispiel einer Wandansicht mit Elektro- und Wasseranschlüssen.

Was ein guter Installationsplan enthält

  • Planstand und Datum
  • bemaßter Grundriss und relevante Wandansichten
  • eindeutige Bezugsecke und fertige Fußbodenhöhe
  • Position und Art jedes Elektroanschlusses
  • Steckdosen für Arbeitsfläche und Einbaugeräte
  • Wasserzulauf und Absperrung
  • Abwasserposition und geplanter Leitungsweg
  • Lichtauslässe, Schalter und Möbelbeleuchtung
  • Abluftöffnung beziehungsweise geplante Luftführung
  • Hinweise auf Gerätedaten und bauseitige Prüfung

Ein Symbol ohne Legende ist fehleranfällig. Jede Position sollte von einer eindeutig benannten Ecke und vom fertigen Boden aus bemaßt sein.

Typische Elektropositionen

Tabelle seitlich verschieben
Verbraucher Planerisch zu klären
Kochfeld/Herd Gerätetyp, Anschlusswert, Einbauzeichnung, zugängliche Anschlussstelle
Backofen eigener Anschlussbedarf nach Gerät, Belüftung, Position nicht direkt hinter kritischem Einbauraum
Geschirrspüler Steckdose zugänglich im geeigneten Nachbarbereich, nicht unzugänglich hinter Gerät planen
Kühlgerät Steckdose zugänglich, Belüftung und Nische beachten
Dunstabzug Gerät, Abluft/Umluft, Motor- und Steuerungskonzept
Arbeitssteckdosen Zahl und Position nach Gerätenutzung statt Mindestoptik
Licht Arbeits-, Raum- und Akzentlicht mit Schaltung/Trafo abstimmen

Konkrete Stromkreise, Absicherung, RCD-Schutz und Leitungsquerschnitte legt die Elektrofachkraft anhand aktueller Regeln, Gebäudeinstallation und Geräteleistung fest. Der Küchenplaner liefert Positionen und Gerätedaten, nicht die elektrotechnische Ausführungsfreigabe.

Wasser und Abwasser

Am Spülenschrank treffen häufig Armatur, Geschirrspüler, Abfalltrennung, Durchlauferhitzer oder Wasserfilter zusammen. Deshalb genügt „Wasser unter der Spüle“ nicht.

Zu prüfen sind:

  • zugängliche Eckventile und Absperrung
  • Warm-/Kaltwasserbedarf der Armatur
  • Platz für Siphon und Müllsystem
  • Geschirrspüler-Zulauf und -Ablauf
  • Abwasserhöhe und Leitungsweg
  • zusätzliche Geräte wie Filter oder Kochendwassersystem
  • Schutz gegen Kollision mit Auszügen.

Abwasser braucht eine fachlich funktionierende Führung. Bei Inseln oder weit versetzten Spülen kann der nötige Weg die Planung begrenzen.

Warum Steckdosen nicht einfach hinter Geräte gehören

Ein Stecker und eine Dose benötigen Tiefe. Direkt hinter einem Einbaugerät kann genau dieser Raum fehlen. Außerdem muss eine Verbindung je nach Gerät zugänglich bleiben. Deshalb liegen Steckdosen häufig in einem benachbarten, erreichbaren Schrankbereich – nach Geräte- und Fachplanung.

Auch bei Auszügen ist Vorsicht nötig: Eine ungünstig platzierte Dose kann mit Schubkasten oder Lüftungskanal kollidieren.

So lesen Sie die Wandansicht Ihres Installationsplans

Die Darstellung erklärt typische Planangaben. Für die Ausführung gelten ausschließlich die freigegebenen Maße Ihres Projekts:

  • E-KF: Elektroanschluss Kochfeld, Position nach Gerätedaten
  • E-BO: Steck-/Anschlussposition Backofen
  • E-GS: Steckdose Geschirrspüler im zugänglichen Nachbarschrank
  • W-K: Kaltwasser mit Absperrung
  • W-W: Warmwasser mit Absperrung
  • A: Abwasser, Achs- und Höhenmaß
  • ST-A: Arbeitssteckdose über Platte
  • L-U: Anschluss Unterbauleuchte/Trafo

Der Installationsplan nennt für jeden Anschluss Position, Höhe, Bezugspunkt und Planstand.

Vereinfachte Küchenwand mit beschrifteten Elektro- und Wasseranschlusspunkten, Bezugsecke, Fertigboden und beispielhaften horizontalen und vertikalen Maßlinien ohne Ausführungsmaße.

Fiktives Lesebeispiel, kein Installationsplan zur Ausführung. Positionen, Leitungen, Abstände und Schutzmaßnahmen werden für Ihr Projekt festgelegt.

Für unseren Montageumfang: Wir schließen die Küchengeräte an die Elektro- und Wasseranschlüsse an, die nach unserem Installationsplan vorbereitet wurden. Neue Leitungen, versetzte Anschlüsse oder Änderungen der baulichen Installation übernimmt der dafür zuständige Fachbetrieb. Diese Arbeiten werden vor dem Montagetermin abgestimmt.

Der Freigabeprozess

  1. Küchenentwurf mit konkreten Geräten abstimmen
  2. Installationsplan erstellen
  3. Elektro- und Sanitärfachbetriebe prüfen Machbarkeit und Ausführung
  4. Änderungen schriftlich in Plan und Küchenentwurf übernehmen
  5. Fachbetriebe führen die freigegebenen Arbeiten aus
  6. Positionen vor dem Verschließen kontrollieren
  7. Beim Aufmaß beziehungsweise vor Montage nochmals abgleichen

Ein Foto der ausgeführten Rohinstallation mit Maßstab ist für spätere Bohrungen und Prüfungen hilfreich.

Steckdosen und Möbellicht nicht vergessen

Für Steckdosen in der Arbeitsplatte planen wir Lösungen von EVOline mit dem nötigen Platz unter der Platte. Bei Möbellicht von L&S gehören Leuchten, Steuerung, Netzteil und Leitungswege gemeinsam in den Entwurf. Netzteile und Verbindungen sollen für spätere Arbeiten erreichbar bleiben.

Wir legen die Positionen im Küchenplan fest. Notwendige Änderungen der Elektroinstallation führt der Elektrofachbetrieb aus. Wie Sie Arbeitslicht und Abendstimmung getrennt planen, zeigt unser Ratgeber zur Küchenbeleuchtung.

HÄUFIGE FRAGEN

Häufige Fragen zum Installationsplan

Die Geräte- und Möbelpositionen sollten zuerst hinreichend konkret sein. Daraus entsteht der Installationsplan, den die Fachbetriebe technisch prüfen.

Nein. Er liefert Gerätepositionen und Leistungsdaten. Stromkreise, Schutzmaßnahmen und Ausführung legt die zuständige Elektrofachkraft fest.

Ja, wenn technische Gründe eine Änderung erfordern und diese mit der Küchenplanung abgestimmt sowie dokumentiert wird. Eine ungeklärte Abweichung kann später mit Möbeln oder Geräten kollidieren.

Von der definierten fertigen Fußbodenhöhe, nicht automatisch vom Rohboden. Der geplante Bodenaufbau einschließlich Belag muss berücksichtigt sein.

Nicht zwingend, im Alltag können Steckdosen aber sinnvoll sein. Versorgung und Einbau müssen früh und fachgerecht geplant werden.

Quellen und fachliche Grundlage

Für Ihre Küche stimmen wir aktuelle Produkte, Maße, Anschlüsse und Preise persönlich mit Ihnen ab.